The Gaslight Anthem in der Tonhalle, München - 06.11.2010

Gut, dass wir Korrespondenz in München haben. Nur so war es möglich, das unfassbare Konzert von Gaslight Anthem mit Sharks und Chuck Ragan als 'Vorbands', die merh als diesen Namen verdienen, festzuhalten. Das hat Matthias für uns mit bekannter Auffassungsgabe gemacht. Außerdem hat er noch ein Interview mit Benny von Gaslight Anthem geführt, das ihr in den nächsten Tagen serviert bekommt. Übrigens verrät Matthias zwischen den Zeilen auch das ein oder andere Detail über sich selbst - z.B. dass er für ein Bier eine Stunde braucht. Aber lest selbst.
Ein Bericht von Matthias Schädl

Katharina Hagena – Der Geschmack von Apfelkernen

Katharina Hagena erzählt in ihrem Roman „Der Geschmack von Apfelkernen“ zum Teil auch die Chronik ihrer Familie. Es geht um drei Generationen von Frauen und die Ereignisse, die sich darum entspinnen. Es ist eine Aufarbeitung der Familiengeschichte, eine Erinnerung an die fast vergessene Vergangenheit.

Soundcheck mit Pariah, Kings Of Leon, Sufjan Stevens und Eric Clapton

Was haben wir diese Woche nur wieder für einen schönen bunten Strauß an neuen Veröffentlichungen für euch verfasst! Angefangen bei sphärischem Dubstep des Laptop-slash-Logic-Helden Pariah, welcher eher in den Nischenblogs des Internets stattfindet über die Aushängeschilder der neuen Stadionrockgeneration: Kings Of Leon. Außerdem mit dabei: einer der komplettesten Popmusiker unserer Zeit, Sufjan Stevens. Der hat mit seinem neuen Album eines der besten überhaupt abgeliefert. Und wo wir schonmal beim besten überhaupt sind. Der Grand Seigneur Eric Clapton kann's auch immer noch. So wie wir.

Kim Thúy -Der Klang der Fremde

Wie fremd sie uns doch oft sind – die Menschen aus aller Welt, denen wir tagtäglich im Supermarkt, in der Uni oder der Bahn begegnen. Ihre Einstellungen, ihre Lebensentwürfe und Interessen scheinen uns unendlich weit weg zu sein. Natürlich sind wir keine Rassisten, aber irgendwie hat kaum jemand eine, sagen wir, vietnamesische Freundin. Kim Thúy schafft mit ihren wie zufällig verstreuten Erzählungen aus dem Leben einer Immigrantin das, was kein Integrationsappell und keine noch so bunte Fussball-WM leisten können: Sie macht uns neugierig auf die Geschichten, die sich hinter all den Fremden verbergen.

Ingo Niermann und Alexander Wallasch - Deutscher Sohn

Es war klar, dass das kommen würde: der Heimkehrerroman. Eine neuzeitliche Novelle über genau jene jungen Deutschen, die Wiederkehren aus dem Krieg in Afghanistan. Aus dem Krieg der gar keiner sein soll. Die dort das Schlimmste sehen, das Grausamste erleben und Körperteile verlieren. In den vergangenen Jahren häuften sich die Berichte über traumatisierte Mittzwanziger, die im Kriegsgebiet in Konflikte gerieten und das, worauf sie eigentlich gar nicht vorbereitet waren, mit nach Hause in ihr altes Leben nahmen. Was dann blieb: psychisches und physisches Leiden, Phantomschmerzen, Einsamkeit und ein Land, dass sich schwer tut, mit etwas umzugehen, dass es ja eigentlich gar nicht gibt. Ingo Niermann und Alexander Wallasch haben sich des Themas angenommen und mit „Deutscher Sohn“ im Berliner Blumenbar Verlag jetzt einen Roman veröffentlicht, der diese Kolateralschäden schonungslos aufzeigen und verständlich umformulieren will. Ein Pop-Roman über die Kriegsheimkehrer.

Finn-Ole Heinrich – Räuberhände

Die ungute Ahnung, dass irgendetwas nicht nach Plan verläuft. Man kann nicht genau benennen, was es ist, das nicht so ist, wie es sollte. Aber ganz klar spürt man, dass es so ist. Jeder kennt das. Und beim Lesen von Räuberhände brennt dieses Gefühl besonders stark.

Soundcheck mit Sufjan Stevens, Les Savy Fav und Serj Tankian

"Somewhere between the sacred silence and sleep". Eine Zeile aus einem SOAD-Song. Toxicity. Und eine der großartigsten und ergreifendsten Stimmen der Rock-Musik. Serj Tankian hat nun wieder eine Soloplatte aufgenommen und irgendwie bewegt sie sich in ihrer orchestralen Allmacht auch zwischen heiliger Stille und Schlaf. Und das ist was gutes. Sufjan Stevens hingegen hat mit seiner Vorab-EP mal wieder alles geschlagen und ist unsere Platte der Woche. Les Savy Fav reihen sich mit "Roots For Ruin" nur knapp hinter den beiden ein.

Janne Teller - Nichts. Was im Leben wichtig ist

Es sind Sätze, wie man sie noch nie in einem Jugendbuch gelesen hat. Die 7A ist auf der Suche nach Bedeutung, sie will beweisen, dass ihr ehemaliger Mitschüler Pierre Anthon unrecht hat, wenn er sagt „Alles ist egal. Denn alles fängt nur an, um aufzuhören. In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben“. Doch wie beweist man einem radikalen Nihilisten, dass es Dinge von Bedeutung gibt? – Man muss sie auffinden, an einem Ort sammeln und dann ausstellen, sodass jeder – und vor allem Pierre Anthon – sie sehen kann. Hier, schau her, das ist die Bedeutung, das sind Dinge, die uns etwas bedeuten, ist das etwa nichts?

Soundcheck mit Robyn, Brandon Flowers, 1000 Robota und Fotos

Robyn ist unbeschwerter als auf dem Gender-thematisierenden Erstling ihrer "Body Talk"-Trilogie, findet Jan Wehn. Matthias Schädel ist als bekennender Killers-Anhänger froh, dass der kleine Ausrutscher Brandon Flowers sich auf seine Solo-Pfade beschränkt und Andreas schließt die Musik der Jungs von 1000 Robota in sein Herz, auch wenn er da ein Auge vor der Attitüde verschließen muss. Letztlich warten die Fotos noch mit einer der größten Überraschungen 2010 auf.

Soundcheck mit Junip, Hurts, Minus The Bear und Interpol

Das Sommerloch neigt sich dem Ende zu, das Wetter ist schon lange herbstlich und prompt werden wir mit großartigen Platten zugeballert. Junips Debüt, um den Singer/Songwriter José González, hält, was es versprochen hat und geht noch weit darüber hinaus. Die gehypten Hurts und ihre glattgebügelte Hochglanz-Platte "Happiness" bekommen von uns einen dicken Dämpfer verpasst, aber da wären noch die immer sehr guten, nie ganz großartigen Minus The Bear und Interpols vierter Streich.