"Listen, Listen, Listen" titelt die Spex unter dem Foto unser aller Lieblingslolita Lana del Rey. Wenn die Printmagazine in diesen Tagen ihre Januar-Ausgaben in die Läden liefern, dann stehen wir dem in nichts nach und präsentieren euch natürlich ebenfalls unsere Highlights des Jahres - und, wie ihr sicher schon gesehen habt, auch eine kleine optische Veränderung
Von verhuschtem Beardo-Folk mit Landfluchttendenz über alles verändernden Post-Hop aus deutschen Landen bis hin zur fast schon wieder in Vergessenheit geratenen entschleunigten Bassmusik aus dem UK.Wir, die Redaktion, haben euch das alles mal schön zusammengefasst und in Worte oder mit Videos hübsch aufberetet.Apropos hübsch aufbereitet: Lachsauge hat sich nämlich nach gut drei Jahren im Internetz mal ein neues Outfit gegönnt. Ein bisschen seriöser, ein bisschen schicker, aber immer noch sehr nett, sympathisch und toll anzusehen. Besten Dank an dieser Stelle übrigens an Andreas vom I.T.-Department für das neue Design.
Wir von der Redaktion wünschen euch eine tolle Weihnachtszeit. Genießt sie! Und im nächsten Jahr sehen wir uns hier wieder öfter, versprochen.
Aber jetzt: viel Spaß mit unseren Listen!
Silvia Follmann
1. James Blake - James Blake
2. Metronomy - The English Riviera
3. Bon Iver - Bon Iver
4. Beirut - The Rip Tide
5. Boy - Mutual friends
Andreas Peters
1. Prinz Pi - Rebell Ohne Grund
2. Nicolas Jaar - Space Is The Only Noise
3. Casper – XOXO
4. St. Vincent - Strange Mercy
5. Fucked Up - David Comes To Life
Ronja Brier
1. "Karte und Gebiet" von Michel Houellebecq
Kein anderer Roman war so verschroben (der Autor wird in der Geschichte ermordet), misanthropisch (es gibt keinen Schlimmeren als Houellebecq) und trotzdem so grandios
2. Wave Pictures: "Beer in the Breakters"
Herzensband.
3. Die (s)panische Fliege von Franz Arnold und Ernst Bach an der Volksbühne
Weil niemand sonst außer Herbert Fritsch sich traut, einen Schwank so vulgär-banal auf die Bühne zu bringen - und damit auch noch so erfolgreich ist. 4. Erykah Badu am 3. August 2011 in Berlin
Sie ist eben die Göttin.
5. TV on the Radio: "Nine Types of Light"
Weil ich mir nicht sicher bin, ob ich in manchen Wochen überhaupt etwas anderes gehört habe.
Matthias Schädl
1. Casper
Der Meilenstein/Instant-Klassiker „XOXO“, sein Auftritt beim Splash!, seine Konzerte im Allgemeinen und wahrscheinlich ist er auch noch so ein netter Typ wie in den Interviews. Platz Nummer 1 für eine Person, die ein Lebensgefühl kanalisiert hat, wie einer seiner eigenen Helden.
2. Lana Del Rey
Die bewegenden Videos, die noch bewegenderen Songs, der Vibe von allem zusammen und das Foto mit Kollege Wehn bringen Lana Del Rey den zweiten Platz und einen Pflicht Termin für den 27.01. wenn das Album released wird.
3. Samy Deluxe
Der Wickeda MC braucht einfach keinen Backup! Wahrscheinlich könnte ihm eh keiner Folgen. Definitiv nicht auf dem Konzert in München. Das ganze grandiose Album „SchwarzWeiss“ im Gepäck, die Hits aus zwei Jahrzehnten gelebte HipHop-Geschichte on Top. Auch hier das Album, die Konzerte und alles was er in der Promo-Phase zum Release rausgehauen hat komprimiert auf dem Treppechen.
4. Cro/Kraftklub/Olson/Rockstah etc.
Ein „Movement“ auf der 4! Oder ist es ein Hype? Oder History-in-the-Making? Oder einfach nur eine Horde von jungen Artists, die ohne Rücksicht auf die Regeln der Musikwelt der Jetztzeit, mit extremst guter Laune, Alltags-Hymnen und Bier in der Hand, mit uns den Weg gehen.
5. Florence & The Machine – Ceremonials
Ein Album ohne Verfallsdatum. Möchte ich jedenfalls mal so prophezeien. Zu zeitlos sind die Melodien, zu bekannt kommen sie einem vor, zu sehr im Jetzt, Gestern und Morgen, als dass man sich so schnell daran satt hören könnte. Ein Album für fast jede Laune und auch für die meisten Getränke. Wie oft hat man das schon?
Philipp Laage
1. Bon Iver - Holocene (Single)
2. Drake - Take Care (Album)
3. Absztrakkt - Diamantgeizt (Album)
4. Christian Kracht - Triptychon (Hörbuch)
5. Lana Del Rey - Video Games (Single)
Jan Wehn
1. Bon Iver - Bon Iver Ein Album wie ein Winterspazierergang. So mit Regen im Gesicht, am Bart festgefrorener Rotze und Händen, die tief in den Taschen des Parkas vergraben sind. Dann aber hinter der Wegbiebung: der herbeigesehnte Wolkenbruch, der den Blick auf das Tal freigibt. Die Natur greift an - word to Vierkanttretlager (ander Kiste, dazu dann im nächsten Jahr mehr hier!)
2. Casper - XOXO
Post-Hop, die 1. Das Album, auf das solch melancholische Stadtmenschen wie ich wohl gewartet haben. Rau und rebellisch, aber dann irgendwie auch wieder geil mit enger Hose, Chillwave-Sampleage, großen Gesten und noch größerer Sprache. Eine Platte, die den Zeitgeist des letzten Jahres punktgenau definiert und auserzählt hat, ohne dabei belehrend oder aufgesetzt zu wirken.
3. Drake - Take Care
Post-Hop, die 2. - Aubrey Graham hat's mal wieder getan. Ein Album voller Seelenstrips, Schampus, Swells, höflichen Sexofferten, Nasenziehen auf Keyboards und der sinnfreisten Weezy-Hook aller Zeiten. Nicht ganz so gut wie "Thank Me Later", aber immer noch groß, emp- und sympathisch genug um den ganz Bling-Bolls einen reinzudrücken.
4. Lana del Rey - Video Games (Balam ACAB Remix)
Hype hin, Botoxlippen her. Gesten wie eine ganz Große, Substanz wie ein Toastbrot. Lana del Rey war der Hype des Frühjahrs, der dann in diesem Herbst vom Feuilleton ausgeschlachtet und trotzdem nicht richtig durchschaut wurde. Im Grave Rave-Remix von Balam ACAB geht aber auch der durchgenudelte Song noch gut rein.
5. James Blake? Boy? Jacques Greene? Zola Jesus? Thees Uhlmann?...
Man macht es sich natürlich leicht, wenn man den fünften Platz so ein bisschen als Variable für alle tollen Veröffentlichungen in diesem Jahr sieht. Aber tatsächlich habe ich Musik in diesem Jahr wieder viel mehr schätzen gelernt als beispielsweise in 2010. Statt hektischen Bloggeklicke wieder das entspannte und bewusste Auspacken der CD aus dem Plastikpapier. Das Studieren des Covers während dem Hören. All solche Dinge, die ich in diesem Jahr wirklich mit vielen tollen Künstlern und Bands erlebt habe. Danke dafür.