Das Bürgerhaus, irgendwo in der wundervollen Umgebung der Kölner Südstadt gelegen, ist eine coole Location - irgendwo zwischen Abifete und potentiellem Nobel-Loft. Doch hier finden Rock-Konzerte statt. Dass das heutige Konzert stattfindet, darf allerdings mit einem Blick auf die (noch leere) Bühne bezweifelt werden.
Hier soll also der Troß von Broken Social Scene Platz finden? Eine angenehme Vorband, 2 Bier und eine Stunde später wird klar: die Bande aus Kanada beschränkt sich heute auf 7 Köpfe. Der Start ins Konzert wird mit "World Sick" bestritten. Schon hier wird deutlich, was uns das gesamte Konzert über faszinieren soll: wie es die Band schafft, trotz Dauereinsatz von 3 Gitarren so kristallklar zu klingen. Das ändert sich auch im Laufe des Abends unter Einbezug von Geige, Trompete, Saxophon, Keyboard, Synthies und Laptop nicht.
Die einzigen latent enttäuschten Gesichter des Abends gehören zu den wenigen Menschen, die von der neuen Platte nicht so überzeugt sind. Denn mit u.a. "Chase Scene", "Art House Director" und "Forced To Love" kommen vergleichsweise viele Songs der neuen Veröffentlichung in den 1 1/2 Stunden unter.
Am Ende gibt es eine unaufgeforderte und eine aufgeforderte Zugabe und dann war's das. Ein Konzert zwischen abgezockter Routine und Spontaneität, zwischen berufsbedingtem Ernst und ausgelassenem Spaß findet ein Ende. Letztlich ist diese Art von Konzert die einzige, zu der dieses lose Musikerkollektiv imstande ist. Und wir sahen, dass es gut war.