Wenn man zusammenwohnt, kann man einfach nur zusammenwohnen - oder eben Musik machen. So wie Ben Ruttner und James Patterson. Die beiden teilen sich seit mittlerweile fünf Jahren eine Bude und machen als The Knocks ordentlich Remix-Welle - hüben wie drüben. Sowieso ist man Gutfreund mit den Großen des Indietronic-Zirkus, hat darüberhinaus aber noch ein paar mehr Geschichtchen auf der ToDo-Liste: das Album mit NY-Beau Samuel und die ersten eigenen Songs: "Blackout" ist schonmal ne geile Nummer, wie man in Majorkreisen sagen würde - nur mit dem Unterschied, dass sie das auch wirklich ist. Wir sprachen mit Mr JPatt und DJ B-Roc über ihre Remixe, den röhrenbehosten Spagat zwischen HipHop und elektronischer Musik und die neue New Yorker-Szene.
Ich habe euch das erste Mal nach eurem “Under The Sheets”-Remix für Ellie Goulding wahrgenommen.
Dieser Remix hat uns definitiv nach vorne gebracht - seit dem bekommen wir ständig neue Anfragen. Ellie ist eine großartige Künstlerin und darüber hinaus noch eine gute Freundin von uns – insofern war es eigentlich eine Ehrensache, einen ihrer Songs neu zu programmieren.
Bekommt man als Produzent eigentlich Feedback von den Künstlern für einen solchen Remix?
Meistens schon. Entweder melden sich die Künstler direkt oder das Managment kontaktiert uns. Das Feedback ist meistens großartig; aber, um ehrlich zu sein, gibt es manchmal auch Leute, die etwas zu meckern haben. Insofern versuchen wir wirklich immer unser Bestes zu geben, um gar nicht erst in die blöde Situation zu kommen, sich etwas anhören zu müssen. (lacht)
Ihr seid schon früher für eure HipHop-Produktionen bekannt gewesen. Ihr habt Beats für Sheek Louch oder dieses Remixtape von Jay-Z’s „American Gangster“ gemacht.
Ja, das stimmt. Die Remix-Geschichte für Jay-Z ist über unseren guten Freund DJ Benzi zustande gekommen. Das war unser erster großer Erfolg als Gruppe und ich finde, wir haben einen echt guten Job gemacht.
Was ist denn der Grund dafür, dass ihr in sovielen Genres zuhause seid?
Das ist wohl eine Kombination aus verschiedenen Dingen. Wir haben beide einen sehr unterschiedlichen musikalischen Background und nehmen unsere Inspiration aus den verschiedensten Genres. Wir lieben es einfach, Einflüsse zu kreuzen. Das hört man dem Debütalbum von Samuel auch sehr deutlich an. Es ist einfach aufregender und ausfüllender, als nur der Elektrotyp oder nur der HipHop-Produzent zu sein. Wir konzentrieren uns einfach darauf, gute Musik zu machen und können und wollen uns auch nicht auf einen Stil festlegen. Wir sehen uns als Künstler im klassischen Sinne. Wir schreiben, produzieren, singen, spielen verschiedene Instrumente, performen, legen auf, remixen, mastern und arrangieren unsere Sachen. Wir sind nicht nur Produzenten oder Indie-Heads, wir lieben es Musik zu erschaffen – das macht uns in meinen Augen zu Künstlern.
Euer Sound erinnert mich sehr an europäische Indie- und Electro-Acts. Viele Rapper aus den USA, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung, dass der elektronische Sound in den Staaten etwas hinterherhinkt.
Auf jeden Fall. Ich denke, die Europäer legen grad alles Brach auf diesem Gebiet. Das Gute daran ist, dass sich das alles mittlerweile vermischt. La Roux ist in den Top 40 hier bei uns – das hätte ich nie für möglich gehalten. Leute wie Justice, MSTRKRFT oder Calvin Harris sind bei uns zwar schon bekannt, aber trotzdem nie im Mainstream oder dem Radio angekommen. Ich meine, Calvin Harris geht mit seinem Zeug in England in die Charts – ich habe keine Ahnung, ob das in den USA möglich ist, aber es würde mich wahnsinnig freuen.
Du hast ja vorhin schon von eurem Projekt mit Samuel gesprochen. Wie sieht das genau aus?
Samuel ist ein Singer-Songwriter der in New York aufgewachsen ist. Wir lernten ihn vor ungefähr drei Jahren über einen gemeinsamen Freund kennten und verstanden uns auf Anhieb so gut, dass wir anfingen, gemeinsam Musik zu machen. Das war unser erster Schritt von straighter HipHop-Musik zu etwas poppigeren und elektronischen Projekten. Nach etwa einem Jahr signten wir bei Startime/Columbia und spielten erste große Shows. Seine Debütsingle „I Heart NY“ kommt diesen Sommer noch raus. Wir sind wahnsinnig gespannt. Immerhin lag unser Fokus jetzt knapp drei Jahre auf den Arbeiten an seinem Album und wir sind wahnsinnig gespannt, wie die Leute da draußen auf seine und unsere Musik reagieren.
An der Platte von Samuel habt ihr mit dem Produzenten Greg Wells gearbeitet, richtig?
Yep! Greg ist unglaublich. Er hat vier Songs auf dem Album produziert und das ganze Projekt betreut. Wir trafen ihn vor einiger Zeit in Los Angeles und er war sofort von der Sache begeistert. Der Fakt, dass er wirklich von der Musik begeistert war, machte uns sofort klar, dass er der richtige Mann für den Job des Executive war. Wir haben beide eine Menge von ihm gelernt und planen auf jeden Fall, weiter mit ihm zusammenzuarbeiten.
Außerdem habt ihr gerade „Blackout“, eure erste eigene Single, veröffentlicht.
Genau, „Blackout“ ist die erste Nummer, die wir wirklich als alleine releast haben. Das Feedback ist wirklich großartig. Der Song kam wirklich ganz von allein zustande – eigentlich sowieso der beste Entstehungsprozess für Musik. Wir haben ihn nie als so ein Riesending oder Next-Level-Scheiße betrachtet – es ist einfach ein cooler Song, den man auf einer Party spielen oder zu dem du Tanzen kannst. Ich denke, ein Großteil unserer Solosachen wird in diese Richtung gehen, ehe wir uns wirklich hinsetzen und ein komplettes Album machen.
Was können wir denn in Zukunft von euch erwarten?
Wir liegen gerade in den letzten Zügen für unsere nächste Single “Make It Better”, welche im August über Neon Gold Records erscheinen wird. Wir haben richtig Bock drauf – besonders deshalb, weil die Neon Gold Leute das Cosigning übernehmen. Neon Gold hat es echt raus, neue und vielversprechende Künstler rauszubringen – das ist ein großes Kompliment für uns!
Auf der Single gibt es Remixe von Chiddy Bang, Samuel, Fear Of Tigers und Yes Giantess. Ich finde, ihr verkörpert alle gemeinsam eine Art neues Dance Music-Kollektiv.
Das stimmt auf jeden Fall. Das Coole ist: wir kennen uns alle wirklich gut. Wir sind mit den Chiddy-Jungs genauso befreundet wie mit Starsmith, Yes Giantess, Ellie Goulding oder Marina & The Diamonds und der ganzen Neon Gold-Familie. Es ist toll zu sehen, wie diese Szene langsam ihren verdienten Respekt bekommt und was noch viel toller ist: wir pushen uns immer weiter gegenseitig.
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