Sebastian Sieger (Party Smartie)

Man kann mit seiner freien Zeit viel anstellen. Zum Beispiel nichts tun. Man kann sich aber auch den Arsch aufreißen. So wie Sebastian Sieger. Der 20-jährige hegte schon lange eine Vorliebe für exklusive Prints auf gutgeschnittener Baumwolle aus Übersee und beschloss kurzerhand, selbst ein Label zu gründen. Das Ergebniss ist Party Smartie. Die Shirts werden mittlerweile von den Rappern Casper und Prinz Pi genauso getragen wie von aufstrebenden Hardcore-Bands wie Elude the End und The Haverbrook Desaster . Zuletzt sportete sogar Grime-Göhre Lady Sovereign eines der Shirts in der britischen Big Brother-Ausgabe. Wir haben mit Sebastian, übrigens der rechte Bursche im Bild, über sein kleines aber feines Label Party Smartie gesprochen.

Wie kam der Name Party Smartie überhaupt zustande?
Ich habe einfach nach einem Namen gesucht, der gut und nicht so eckig klingt. Ein Name der rutscht – ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. (lacht) Ich weiß, dass es in den 60er- und 70-er Jahren ein Begriff für Partydrogen war. Das hat aber mit unserer Firma nichts zu tun.

Und wie kamst du auf die Idee, eine eigene T-Shirt-Marke ins Leben zu rufen?
Ich versuche eigentlich selbst immer Sachen zu tragen, die sonst wenige Leute haben. Exklusives wie Johnny Cupcakes, Electric Zombie oder Rockett Clothing. Sowas bestelle ich dann auch aus den USA, weil es das hier in Deutschland gar nicht gibt. Ich habe ein Wirtschaftsgymnasium besucht und dort auch mein Abitur gemacht. Meine Lehrerin hat mir da die Einstellung mit auf den Weg gegeben, dass man eigentlich alles umsetzen kann, wenn man eine Idee mit Leidenschaft verfolgt. Ich bin dann im Internet auf die Suche gegangen und habe mir überlegt, wie man so etwas wohl angehen könnte. Anfang 2009 habe ich angefangen, die Idee einer eigenen Modemarke zu verwirklichen. Sprich, ich habe mich mit Designern zusammengesetzt und wirkliche Entwürfe zustande gebracht, die dann im Endeffekt auch in den Druck gegeben wurden. Da ich selbst nicht der beste Designer bin, habe ich mit Whalebone zusammengearbeitet.

Wie lief denn der ganze Papierkram ab. Hast du eine GbR oder ähnliches gegründet?
Ich habe einfach ein ganz normales Gewerbe bei mir in der Stadt angemeldet und bin jetzt berechtig, den „Handel mit Textilien“ zu betreiben. Man bekommt dann natürlich gewisse Auflagen – zum Beispiel nicht mehr als 15.000 Euro Umsatz im Jahr. Aber da liege ich weit drunter. (lacht)

Wie sind denn die Designs für die Kollektionen zustande gekommen? Waren das deine Ideen oder die von Whalebone?
Die Ideen für die T-Shirts sind alle von mir. Die Inspiration kommt über Filme, Lieder, Bücher oder Kunst im allgemeinen. Manchmal entwickelt sich auch einfach etwas aus einem Satz – das ist ganz unterschiedlich. Mit Whalebone war es so, dass wir das einfach zusammen durchgesprochen haben und er sich dann im Anschluss an die Ausarbeitung gemacht hat. Manche Designer geben dir einfach einen komplette Entwurf hab, andere sind auch offen für Verbesserungsvorschläge und haben Interesse daran, mit dir gemeinsam etwas auszuarbeiten. Da entsteht dann nach einer Skizze von beiden Seiten noch viel mehr.

Ihr druckt die Sachen ja auf American Apparel-Shirts. Ist das üblich und American Apparel so ein bisschen das neue Fruit of the Loom. Früher wurden solche Dinge wie Band-Merch ja oft auf Fruit of the Loom gedruckt.
In Amerika ist American Apparel viel angesehener als hier und gilt schon als Standard. Ich bin auch viel mit Leuten in Kontakt, die solche Dinge selber machen und spreche oft mit Kyle Crawford von Electric Zombie. Und für viele seiner Kunden ist es schon ein Argument, ob die Sachen auf American Apparel gedruckt worden sind, oder nicht. Insofern wollte ich diesen Standard übernehmen und drucke auch nicht in Europa, sondern direkt in Amerika. Die American Apparel-Shirts fühlen sich gut an, haben eine guten Schnitt und sind vor allem Sweatshop-free.

In welcher Auflage werden die Shirts denn gedruckt?
Da wir von jedem Motiv nur einen Satz drucken lassen, sind die Shirts wirklich streng limitiert. Am Anfang haben wir noch 50 Stück gedruckt, mittlerweile haben wir aber auf 100 aufgestockt.

Das heißt, du schickst dann deine Shirts zu der Druckerei und bekommst die fertigen Shirts geliefert?
Nein, nein. Ich drucke bei Storenvy – man sagt in unseren Kreisen, dass das die beste Druckerei in Amerika ist. Die haben direkten Kontakt zu American Apparel. Bei denen gebe ich einfach meine Bestellung auf und bekomme dann einfach nur die fertigen Shirts geliefert. Da muss man sich um nichts mehr kümmern.

Ihr sponsert ja mittlerweile auch ein paar Bands und Künstler. Wie kommt so etwas eigentlich zustande? Sind das Leute, deren Sachen du magst?
Bei Casper lief das zum Beispiel sehr spontan ab. Ich habe ihn auf MySpace geaddet und wenig später schrieb er mich an, ob wir nicht Bock hätten, ihn zu sponsern. Im ersten Moment war das natürlich unerwartet, denn Casper kennt man ja schon und er wird langsam immer größer. Wir haben dann noch ein paar Mal telefoniert und das klargemacht. Bei Prinz Pi lief das genau so. Ansonsten gibt es noch Elude the End und The Haverbrook Desaster – die kommen aus meinem Bekanntenkreis. Ich bekomme wirklich jeden Tag fünf bis zehn Anfragen von Bands, die gerne gesponsert werden würden – aber das muss schon stimmen, damit da was geht.

Wurde die Nachfrage denn größer als bekannte Künstler und Bands angefangen haben, Party Smartie zu tragen?
Definitiv. Es haben sich unglaublich viele Casper-Fans bei mir gemeldet, nach dem sie ihn das erste Mal in Interviews und auf Festivals mit unseren Shirts gesehen haben. Obwohl das Shirt aus den ersten Kollektion war, bekomme ich heute noch Anfragen wegen den Shirts. Ich meine, ich komme aus einem kleinen Dorf, verpacke die Shirts alle selbst und dann steht dann ein Typ auf der Bühne vor ein paar tausend Leuten und hat meine Klamotten an – das ist schon ein cooles Gefühl. Was mich aber richtig baff gemacht hat, war, als Lady Sovereign in der englischen Big Brother-Staffel ein Shirt von Party Smartie getragen hat. Eine Freundin von mir ist Rapperin und hat für Lady Sovereign als Support-Act in München gespielt. So kam der Kontakt zustande. Ich habe natürlich niemals erwartet, dass sich da irgendetwas ergibt – bis ich sie dann tatsächlich mit dem Shirt bei Big Brother-UK gesehen hab.

Foto: © partysmartie.com
 

Kommentare

joooo

krasser shiiiiit!

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