Ein lauwarmer Sommerabend in Düsseldorf. Die Band, die gerade ihr Debüt heraus gebracht hat, spielt im kleinsten Raum des Zakk und es ist kein Problem, mit dem Auto direkt vor der Location zu parken. Vor der "Bühne" tummeln sich gerade mal 50 Leute - vielleicht etwas mehr - und die noch wacklig, dennoch fantastisch dargebotenen Songs des Debüts werden durch spontanes Gejamme auf die in Europa übliche Spielzeit eines Mainacts gezerrt.
Das war vor zwei-einhalb Jahren. Heute hat sich einiges geändert. Seit diesem Abend im Mai 2007 hat die Band um Sänger John Gourley drei weitere Alben aufgenommen und veröffentlicht. Den Mainstream-Erfolg dieser Platten kann man an den Konzertbesuchern des heute ausverkauften Gebäude 9 ablesen. Die Mütze bis tief ins Gesicht gezogen und immernoch etwas schüchtern vom Publikum weggedreht, gibt der zierliche Frontmann auch heute noch eine ganz passable, intime Vorstellung ab, wenn auch der Sound der stellenweise veränderten Livebesetzung von Portugal. The Man der Perfektion um einiges näher ist als in jenem Sommer vor zwei Jahren.
Doch zunächst überraschen The Builders & The Butchers die jetzt schon schwitzende Meute mit Folk-Rock vom Feinsten (inkl. Ukulele, Banjo und Shoutings), sowie einem Frontmann (man könnte fast 'Frontsau' sagen), der dem bärtigen William Fitzsimmons, dessen Poster eine Wand des Foyers ziert, ziemlich ähnlich sieht und nur deshalb wohl nicht fälschlicherweise verwechselt wird, weil ihn und den Folkbarden einige Kilos trennen. So gibt die Band, hier und da unterstützt von den Freunden Zach und Ryan von Portugal.The Man, wirklich alles, um das Publikum von sich zu überzeugen. Und in einem der Momente, in dem ihm die Mütze nicht die Hälfte seiner Hornbrille verdeckt, dürfte der Kopf der Builders auch die erfreuten Reaktionen des wohlwollenden Kölner Publikums aufgenommen haben.
Wie bereits angedeutet, glänzt die Hauptattraktion des Abends schließlich mit einer perfekten Liveumsetzung ihres Psychedelic-Indie-Rock. Der einzige Wehrmutstropfen dabei ist, dass die rockistische Umformung der Songs, gerade bei den Stücken von "Waiter: 'You Vultures!'", das ungeheuer formbare, dennoch schmächtige Organ Gourleys in den Hintergrund rückt. Doch im Kontext dieses äußerst gelungenen Auftritts ist das nur eine Randnotiz. Die wirklich 'schlechte' Nachricht ist, dass angesichts dieser (schnellen) Entwicklung schon bald auch größere Venues für die Jungs aus Alaska offen stehen werden. Schade drum, aber dieser Abend beweist: Verdient haben sie es!