Danger Mouse & Sparklehorse - Dark Night Of The Soul
Zu dieser Platte gibt es eine ganze Geschichte zu erzählen. Man könnte eine ellenlange Rezension schreiben, in der man auf die Hintergründe der Nichtveröffentlichung durch die EMI eingeht. Dass man das alles nahezu völlig ausklammern kann und dennoch gut was zu schreiben hat, spricht für die Qualität von "Dark Night Of The Soul". Ein Aufruf an alle, Dangermouse & Sparklehorse zu folgen.
“Dark Night Of The Soul” von Dangermouse & Sparklehorse ist eine Party, die vom bösen Ordnungshüter, der EMI, verboten wurde. Dass das schade ist, dachte sich auch Mitveranstalter Dangermouse und schuf Wege, die Party zumindest an einem versteckten Ort, dennoch feiern zu können. Und das ist gut so. Denn als wäre die Anwesenheit der beiden Gastgeber schon nicht genug, zeichnet sich diese Sause durch eine Schar illustrer Gäste aus. Wayne Coyne, Gruff Rhys, Jason Lytle, Julian Casablancas, Black Francis, Iggy Pop, James Mercer, Nina Persson, Suzanne Vega, Vic Chesnutt und nicht zuletzt David Lynch. Letzterer sorgte ausserdem für die formgerechte Gestaltung und steuerte in der Special Edition eine Fotobuch bei.
Ohne die Platten großartiger Bands wie die der Strokes, der Cardigans, der Shins, der Super Furry Animals und Neon Neon oder erst recht der Stooges schmälern zu wollen, schaffen Dangermouse & Sparklehorse es, jedem der beteiligten einen Song zurecht zu schustern, der einer der besten Songs ist, den die jeweilige Hausband je geschrieben hat. “Little Girl” macht mehr Lust auf ein neues Strokes-Album als es ein Soloalbum Casablancas je könnte und würde sich mühelos in die Songs des Hammerdebüts “Is This It” einreihen. Auch Gruff Rhys hätte wohl mit den Super Furry Animals für mehr Aufsehen gesorgt, hätte er dort mehr solcher Songs wie “Just War” unterbringen können. Allen Songs liegt jedoch die Grundnote des Produzenten Dangermouse zugrunde, die schon seiner eigenen Band Gnarls Barkley, aber auch Beck, xx und xx zu fantastischen Platten verhalf. So klingt “Dark Night Of The Soul” mitnichten nach einer Compilation, sondern nach einem zusammenhängenden Werk, das in ergiebigen Jams zusammengeschustert wurde. Auch wenn es ziemlich wahrscheinlich nicht so geschehen ist.
Das Umgehen des Verbots dieser Party gehört zu den besten Dienstleistungen, die dem Musikjahr 2009 hätten gemacht werden können. Obschon so diverse Gäste auftauchen – der Rüpel, der Altrocker, der coole Indierocker, der verschrobene Filmemacher, der zurückgezogene Folkmusiker, die hübsche, talentierte Schwedin – ist das alles in sich stimmig und wahnsinnig fantastisch. Kaum zu glauben eigentlich, das die EMI sich das hat entgehen lassen. Uns solls egal sein.
