Wolf Parade Luxor Köln 3. Dezember 2008

Zuerst muss ich sagen, dass diese Band eigentlich nicht so richtig zu mir durchgekommen ist; dass ich zwar hier und da bisschen kreuz und quer gehört habe, aber ganz viel nicht mitgekriegt hatte. Daher war auch der Einfall aufs Konzert zu gehen eigentlich nicht meiner, sondern kam geradeaus auf mich zugerumpelt. Aber weil das Zeug, das ich kannte, gefiel, habe ich „ja“ gesagt und wurde innerhalb weniger Minuten komplett reingerissen. Nämlich von Wolf Parade.

Wenn ich anfange mit einer groben Kategorisierung und sie zu vielen weiteren Indiebands packe, dann wird das dem, was man am 3. Dezember im Luxor sehen konnte nicht gerecht:

Wie es war? Super Nintendo, die alte Kiste, wieder ausgepackt, kurz abgestaubt und direkt an die Verstärker angeschlossen. Das war ein angehäuftes Klanggewusel aus quietschendem Fiepsen, schrägem Geklinge und wahnsinnigem Gepolter! Dem Publikum wurden Töne vor den Latz geknallt, mit denen es nicht rechnen konnte (wirklich nicht!) und der Gesang war noch Mal genauso eigensinnig: laut und wild und wieder wahnsinnig. Der von Dan Boeckner genauso wie von Spencer Krug. Ich glaube der Stromkreis vom Laden wurde direkt in ihre Blutbahn weitergeführt. Keine Ahnung, wie das sonst zu erklären sein soll, was sie dort angerichtet haben auf der Bühne. Ihre Spannung haben sie dann während des Konzertes einfach direkt an die Hörer abfließen lassen: Nicht ganz zwei Stunden haben sie diese aufgewühlt und durcheinandergeschmissen. Diese konnten sich dem nur fügen und ohne Sinne die Köpfe, Arme, Beine – alles schütteln und herumwerfen.

Bis zum Schluss. Und was war dann los? Eben am Schluss?

Jeder weiß, dass der sich nun einmal besonders gut einprägt beim Publikum. Der ist immerhin das letzte, was die Band zu sagen hat und daher wichtig. Wieso (verdammt) haben Wolf Parade das nicht gewusst? „You know the band Guns n’ Roses?“, wollen sie bei der Zugabe noch wissen, als ob diese Frage auf das folgende Szenario vorbereiten sollte. Aber das hat dann auch nichts mehr gebracht. Vieles an diesem Abend war unerwartet, wie schon gesagt, aber dass auf einmal „Knockin’ on Heaven’s Door“ angestimmt würde – zügelloses Herumgespringe und Kopfschütteln eingeschlossen - damit hatte man wirklich nicht rechnen können. Auch der plötzliche Auftritt des Mädchens, das mit ins Mikrofon schreien wollte und ebenfalls ihr Haupt hin und her schmiss (Woher kam sie so flux? Und wer war sie überhaupt?), konnte nicht zu einem positiven Ende beitragen.

Klappe zu, Affe tot – ein abruptes Ende, aber dafür eines im Guten wäre besser gewesen! So jedenfalls haben die Wölfe sich selbst noch bisschen zum Affen gemacht. Es gibt mehr dieser bescheuerten Sprüche: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende – nehmen wir diesen, dann kommt die Band sogar noch vergleichsweise gut dabei weg.

Vernachlässigt man also diesen unerklärlichen Abschluss, war das Konzert wahnsinnig, dickköpfig und wirr und hat bewirkt, dass sich Wolf Parade eingebrannt haben – ein für alle Mal!

Und an dieser Stelle ist genug gesagt. Schluss.

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