Literatur

Das sagt DBC Pierre

"Dirty But Clean" heißt das Buchstabenkürzel in seinem Namen. Klingt vielversprechend, nach Skandalautor. Und das ist er auch. DBC Pierre kommt nach Berlin, wenn die Berliner Festspiele das Buch feiern. Beim "internationalen literaturfestival berlin" („ilb“, 7.-17.9.) präsentieren 140 Autoren in der Hauptstadt mit Lesungen, Vorträgen, Diskussionen ihre neuen Bücher.

Freiheit – „it’s a pain in the ass, sometimes

Sie gehört zum Grundgedankens des American Dream: die Freiheit, seine Wünsche zu verwirklichen. In seinem neuen Roman Freedom versetzt Jonathan Franzen dem Traum der unbegrenzten Möglichkeiten mit unangenehmen Fragen aber einen gehörigen Knacks: Was, wenn Freiheit zum Fetisch wird? Wenn Menschen, rastlos und gehetzt, nur noch einer Idee von Freiheit hinterher rennen?

Michel Houellebecq – Karte und Gebiet

Der berühmteste und umstrittenste Autor in Frankreich erzählt die ungewöhnliche Geschichte des jungen Künstlers Jed Martin. Sie handelt von seinem Aufstieg zum bedeutendsten Maler des französischen Kunstbetriebs. Und ganz nebenbei dreht sich die Handlung außerdem noch um die Mordermittlungen in dem prominenten Fall Michel Houellebecq.

Rocko Schamoni – Tag der geschlossenen Tür

Es braucht die Guten und die Graden
Damit die Krummen und die Schiefen
Auch einen Grund zum Klagen haben.

Ein paar Gedanken, bloß einige der wirklich sehr besonderen Verse von Michael Sonntag. Er ist der Held oder vielleicht Antiheld in Rocko Schamonis neuem Roman Tag der geschlossenen Tür, das er am 16. Februar im Deutschen Theater Berlin vorgestellt hat.

Frédéric Beigbeder - Ein französischer Roman

Der 28. Januar 2008 war der Tag, an dem er mit einem Schriftstellerfreund von der Pariser Polizei unterbrochen wurde, von der Motorhaube eines schwarzen Chryslers, mehrere Reihen feinstes Koks zu ziehen. Nach dem Besuch einer Bar, gelegen in einem der inneren Arrondissements, wurde er mit 2,6 weiteren Gramm Kokain in den Jackentaschen erwischt und von der Gendarmerie für eine mehrtägige Überwachungshaft in eine kahle Zelle in der französischen Hauptstadt gebracht.

Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten. Aufgeführt im Maxim Gorki Studio Berlin, 04.12.2010.

Die Handlung von Christian Krachts drittem Roman mit dem Titel „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, im Jahr 2008 erschienen, setzt im 96. Jahr des Krieges ein – die Rede ist hier vom ersten Weltkrieg. In unserer Zeitrechnung ist das das Jahr 2010, also das Jetzt, in dem der Roman von Regisseur und Intendant Armin Petras zunächst in Stuttgart, dann im Berliner Maxim Gorki Studio theaterisiert wurde. Das Spiel mit der Zeit, welches mit der Frage: „Was wäre wenn...“ Zentrum jeder Utopie (oder in diesem Fall: Dystopie) ist, wäre somit um eine weitere Ebene ergänzt.

Benjamin von Stuckrad-Barre – Auch Deutsche unter den Opfern

Auch Deutsche unter den Opfern ist eine Sammlung von deutschen Texten über aktuelle Alltäglichkeiten und Besonderheiten. Benjamin von Stuckrad-Barre beobachtet Menschen, bekannt und unbekannt, und schaut sich genau an, was sie tun und sagen – Moment in Deutschland. Das ist das Gute daran und das ist das Schlechte daran.

Bret Easton Ellis – Imperial Bedrooms

Als jugendgefährdend wurde sein Roman „American Psycho“ eingestuft und sechs Jahre lang verboten in Deutschland. Es geht darin um Pat Bateman, einen intelligenten und attraktiven jungen Mann mit der weiteren Facette eines grausam-fantasievollen Sexualmörders. Bret Easton Ellis wurde vergöttert und gefürchtet als aufregender Provokateur der jungen amerikanischen Literatur. Er führte selbst ein mindestens genauso eskapadenreiches Leben wie das seiner Figuren. Aber es ist wohl so, dass man einem Enfant Terrible nicht gerne dabei zusieht, wie es alt wird.

Katharina Hagena – Der Geschmack von Apfelkernen

Katharina Hagena erzählt in ihrem Roman „Der Geschmack von Apfelkernen“ zum Teil auch die Chronik ihrer Familie. Es geht um drei Generationen von Frauen und die Ereignisse, die sich darum entspinnen. Es ist eine Aufarbeitung der Familiengeschichte, eine Erinnerung an die fast vergessene Vergangenheit.

Kim Thúy -Der Klang der Fremde

Wie fremd sie uns doch oft sind – die Menschen aus aller Welt, denen wir tagtäglich im Supermarkt, in der Uni oder der Bahn begegnen. Ihre Einstellungen, ihre Lebensentwürfe und Interessen scheinen uns unendlich weit weg zu sein. Natürlich sind wir keine Rassisten, aber irgendwie hat kaum jemand eine, sagen wir, vietnamesische Freundin. Kim Thúy schafft mit ihren wie zufällig verstreuten Erzählungen aus dem Leben einer Immigrantin das, was kein Integrationsappell und keine noch so bunte Fussball-WM leisten können: Sie macht uns neugierig auf die Geschichten, die sich hinter all den Fremden verbergen.