Film

Up in the Air

George Clooney spielt Ryan Bingham, einen smarten wie moralisch durchweg flexiblen Jetsetter, der sein Geld damit verdient, Angestellten ihre Entlassung schmackhaft zu machen. Engagiert wird er von Vorgesetzten, die selber zu feige scheinen, ihrer Belegschaft zu kündigen. Für Bingham und sein „Dienstleistungsunternehmen" in der aktuell leicht angespannten Wirtschaftlage eine „Goldgrube", so zumindest bezeichnet Binghams Chef mitunter die Massenentlassungen, die zahlreiche Aufträge für das fragwürdige Unternehmen bieten.

A Serious Man

Text von Jens Frick
 
Im neuen Film von Joel und Ethan Coen werden viele Fragen aufgeworfen, aber wenige beantwortet. Doch irgendwo (wie in einem Rocksong) liegt dann vielleicht noch eine Antwort versteckt.

ZweiOhrKüken

Über Til Schweiger kann man streiten, klar. Aber darum, ob er ein eitler Gockel ist oder das charmanteste Kinn des deutschen Kinos vor sich spazieren trägt, soll es hier nicht gehen. Es geht vielmehr darum, dass Til Schweiger mit „ZweiOhrKüken“ ein Sequel seiner letztjährigen Blaupause des IKEA-Techtelmechtels „KeinOhrHasen“ auf die deutschen Kinos losgelassen hat - und das vielleicht nicht die beste Idee gewesen ist.

Wo die wilden Kerle wohnen

 
Max ist ein Kind wie jedes andere auch. Er baut sein Bett regelmäßig zu einer Festung aus, rauft mit dem Hund der Familie und matscht im Schnee herum. Trotzdem merkt er, dass seine älter werdende Schwester lieber mit ihren Freunden unterwegs ist als mit ihrem kleinen Bruder zu spielen und auch seine Mutter hat oft scheinbar wichtigeres zu tun. Max spürt zunehmend Einsamkeit und merkt, dass er sich langsam von seiner Kindheit verabschieden muss. Frustriert und wütend über das Unverständnis seiner Familie flüchtet er sich in eine Phantasiewelt.

James Camerons AVATAR und die Dimensionalität des Films

Seit 1997 hat James Cameron keinen Film mehr produziert. TITANIC war damals der teuerste Film der Kinogeschichte, und sicherlich auch einer der erfolgreichsten. Camerons jüngstes Projekt ist der 3D-Animationsfilm AVATAR, für welches weder Kosten noch Zeit noch Mühen gescheut wurden. Doch was ist dran am Hype um AVATAR. Wertet die Dreidimensionalität das Medium auf oder ist das Ganze nur Effekthascherei und ein überkommerzieller Versuch die Menschen weg von ihren Laptops, und wieder in die Kinosäle zu locken. – Eine Überlegung zur Dimensionalität des Films und zum Film AVATAR.

Novemberkind

20 Jahre Wiedervereinigung sind gefeiert, „Good Bye Lenin" einmal mehr durch das Abendprogramm gelaufen und zahlreiche TV-Produktionen zum Thema ausgestrahlt. Doch aus dem „Einheitsbrei" sticht ein kaum beachteter Film heraus, der im Zuge der Wiedervereinigungswelle jetzt endlich auch den Weg auf die DVD-Scheibe gefunden hat: Christian Schwochows „Novemberkind". Ein außergewöhnlicher Film über ein Stück deutsche Geschichte, der keine Ost-West Stigmatisierung, Spreewaldgurken oder kitschige Mauerfallstories braucht.

Looking for Eric

Eric Bishop ist am Arsch. Seinen Job als Postbote bekommt der überzeugte Manchester United-Fan nicht mehr geregelt, seine beiden Stiefsöhne hören nicht auf ihn, schwänzen die Schule und verdienen ihr Geld mit geklauten Flachbildfernsehern, die sie im eigenen Haus zwischenlagern. Doch damit nicht genug. Außerdem hat Eric die Beziehung mit seiner großen Liebe Lilly in den Sand gesetzt und sie einfach sitzengelassen. Die redet natürlich seitdem kein Wort mehr mit ihm. Von Depressionen und Selbstmordgedanken verfolgt, schließt sich Eric zu Hause ein und beginnt, mit dem Poster seines großen Idols, der Fußballikone Eric Cantona zu reden. Was Eric Bishop nicht erwartet hat: Cantona steht plötzlich vor ihm und beschließt, seinem Namensvetter bei der Regelung seines reichlich verkorksten Lebens zu helfen.

(500) Days of Summer

„Das hier ist keine Liebesgeschichte!", stellt der Erzähler direkt am Anfang aus dem Off klar. Stimmt, will man nach den ersten dreißig Minuten sagen. Endlich mal eine romantische Komödie ohne unnötigen Kitsch und ausgetretenen Mann-Frau Klischees, mit ordentlich Selbstironie, ohne austauschbare Langweiler-Blondine und dauergrinsendem, eindimensionalem Gegenpart. Doch was viel versprechend beginnt, fällt schlussendlich seinem ganz eigenen Plastiklook und dem inkonsequenten Vorhaben zum Opfer, kein konventieller Liebesfilm sein zu wollen.

THE INFORMANT!

THE INFORMANT!, so heißt also der neue Film von Steven Soderbergh, mit welchem er sich, wie eigentlich immer, wieder einmal neu erfinden möchte. Wie schon zuletzt bei der Verfilmung des Mythos um Che Guevara bedient er sich dabei einer realen Begebenheit; nämlich der Geschichte des Biochemikers Mark Whitacre und seines ehemaligen Arbeitgebers, dem Lebensmittelkonzern ADM.

Durst

Gerade mit einem Vampirfilm kommt der koreanische Regisseur Park Chan-wook, der einem am ehesten durch seinen zum Kultfilm avancierten OLDBOY bekannt sein dürfte, jetzt daher. Mitten hinein in diesen seltsamen Hype. Natürlich ist DURST auf ein anderes Publikum aus als eben Twilight oder seinesgleichen. Die Frage, was das Genre noch offen hält, und ein wenig polemisch-pathetisch formuliert, ob es noch zu retten ist, wäre allerdings noch zu klären.