Ein Leben aus der Traumfabrik

Berlin. Die schwarzen Cowboy-Boots, die tief ins Gesicht gezogene, blaue L.A.-Baseball-Kappe und die dunkle Piloten-Sonnenbrille sind sein Markenzeichen. Mit dem Ticket für 2,40 Euro in der Hand schwingt er sich auf einen Sitz in der ersten Reihe, ganz oben. Wo sonst sollte Ulli Lommel in einem gelben Doppeldeckerbus Platz finden? Die Reise führt vom Berliner Alexanderplatz in den Wilden Westen, ans andere Ende der Stadt.

Asger Carlsen – Hester

Seine Bilder sind irgendwo zwischen schrecklich und schön, zwischen Fotografie und Skulptur. Sie als Fotos von Skulpturen zu bezeichnen, trifft es wahrscheinlich am ehesten. Darauf sind Arme und Beine verdreht, schwulstige Gliedmaßen willkürlich ineinander montiert. Auf seinen Fotos sehen Körper aus wie unförmige Fleischklumpen.

Fucking Liberty!

An einer Stelle, stutzt er. Schaut an sich hinunter, muss grinsen und überlegt schließlich: „Warum ich nie genug kriege? Irgendwie bin ich wie ein zehnjähriger Junge, der immer was Neues entdeckt, an irgendwas experimentieren muss. Das war schon immer so.“

Kein Heidenspaß

Für Kunstanbeter ist diese Ausstellung nicht gemacht. Für wen dann? Vor allem für bibelfeste Christen, musste Ronja Brier feststellen.

Es geht auch anders. Ein Gespräch mit Melchior Moss über Ecofashion und das eigene Label.

Wem bei dem Wort Ökomode noch immer ausschließlich Bilder von Reformhäusern und bunten Filztaschen durch den Kopf schwirren, sollte sich von diesen Gedanken endlich verabschieden. Denn dass es auch anders geht, zeigen mittlerweile mehr als nur eine Handvoll erfolgreicher Marken. Eine von ihnen ist slowmo. Felicia und Melchior Moss haben das Ecolabel vor gut sechs Jahren in Berlin gegründet. Seither steht der Name für hochwertige, zeitlose Streetwear aus kontrolliert-biologischen und fair gehandelten Materialien. Produziert wird aber nicht nur nach sehr hohen Standarts, sondern auch mit viel Herzblut. Warum Ihnen das wichtig ist und was für Hürden der Markt für Ecolabel bereit hält, erzählt Melchior Moss im Interview.

Erika Lust. Eine Porno-Ikone und Familienmutter

Beruflich dreht sich bei Erika Lust alles um Erotik, Leidenschaft, Sex. Schließlich ist sie die weltweit erfolgreichste Regisseurin für Frauenpornos. Privat lebt die studierte Politikwissenschaftlerin allerdings mit ihrem Freund und Manager Pablo und zwei Töchtern in Barcelona. Am 20. Juli erschien ihr neuer Film "Cabaret Desire" auf DVD und Blu-ray. Ein Interview oder: "Dirty-Talk" mit einer Porno-Ikone, Intellektuellen, Feministin, Familienmutter.

Warum produzieren Sie Pornos für Frauen?

Vom Suchen und Finden mit July

Sophie und Jason sind ein von einer Sinnkrise gebeuteltes Paar Mitte 30 – was will ich vom Leben, was will das Leben von mir und ist es wirklich richtig die kranke Straßenkatze Paw Paw als Kinderersatz zu adoptieren? Die Beiden brauchen Antworten, kündigen ihre Jobs und machen sich auf die Suche - so der grundsätzliche Plot von Miranda Julys neuem Drehbuch („The Future“). Doch wie soll dieses oder jenes Detail ausgearbeitet werden? Was macht die Charaktere aus, was werden sie in einer bestimmten Situation sagen, wie reagieren? Miranda ist ratlos.

Alte Fotos neu beschriftet

Max Kersting geht auf Flohmärkte, wühlt staubige Kisten durch und kauft sich Fotos. Die sind wahrscheinlich noch älter als die Kartons, in denen er sie findet. Das ist erstmal nichts Besonderes. Aber Max beschriftet die Bilder dann auch noch. Und das ist ziemlich toll.
Darauf sind zum Beispiel ein vernachlässigtes Klavier, eine Männerrunde am Gartentisch oder ein Mädchen im Bikini am Strand. Und jetzt hat er eine Ausstellung: in Berlin, in der Galerie "pavlov’s dog", vom 12.-14.April.

"drei (unbeschwerte) Tage"

Was ist heutzutage schon ein Skandal?

In Mailand, Avignon und Antwerpen sind die Leute zu hunderten auf die Straße gegangen. In Paris haben Christen und Rechte gemeinsam vor dem Theâtre de la Ville demonstriert, haben Stinkbomben geschmissen, Tränengas benutzt und den Saal besetzt, um die Vorführung zu verhindern. Selbst der Vatikan mischt sich ein und verurteilt das Stück, weil angeblich die Gefühle von Gläubigen verletzt werden.

Kurz bevor er weg ist: Der Hipster und ein Gespräch mit seinem Charon Mark Greif

Als ich letzte Woche aus der Favorit Bar stolperte, die Favorit Bar, das ist hier übrigens eine ziemliche hippe Bar, ohne Internetpräsenz, so diese Geschichte; als ich da also raus stolperte, hoffte ich, dass ich endlich das letzte Gespräch über Hipster geführt hatte. Ich war von dem Begriff satt wie von denjenigen, die hinter der meist pejorativen Bezichtigung steckten: Aber wer war das noch gleich?